Marokko 2014/15 5. Bericht

14.-20.01.2015 von Chris

Zunächst mal ein fettes Dankeschön an alle die uns mit Mails oder WhatsApp auf dem Laufenden halten was zu Hause alles so los ist. Bitte habt Verständnis, dass  wir nich auf alle Mails antworten können oder wollen… Wir freuen uns jedoch immer über Nachrichten und beantworten auch hin und wieder mal eine Mail! Jetzt aber mal die Infos über die vergangenen Tage…

Heute Morgen haben wir die N1 Richtung süden unter die Räder genommen und haben bis Mittags das Naturschutzreservat XXX (wird nachgetragen) erreicht. Vor 5 Jahren war das Campen hier nicht möglich mittlerweile ist die Aussichtsplattform recht verkommen und es stehen einige  Camper hier direkt an der Klippe. Das Touristikcenter hat geschlossen. Insgesamt wirkt das Ganze hier sehr Trostlos und nicht sehr einladend! Schade drum…

201501210022015012100120150121000Wir sind bis kurz hinter Tarfaya gefahren und haben dort am Strand bei einem gestrandeten Schiff das Nachtlager aufgeschlagen. Zu erwähnen ist, dass zwischen El Quatia und Tarfaya die ersten Tankstellen sind, an denen der Diesel nur noch rund 0,58 € kostet.

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14.01.2015 Tarfaya


Heute haben wir die alte Küstenstraße bis Laayoune gewählt… Eine sehr schöne Strecke mit recht wenig Verkehr. Wir erinnern uns nicht mehr daran, weshalb wir vor 5 Jahren nicht diese Strecke gefahren sind… Es hätte sich gelohnt… Seit Tan Tan ist Polizei und Militär sehr präsent. Wurden wir seither immer durch die Kontrollen gewunken und die Einheimischen gestoppt ist es seit Tan Tan umgekehrt… Wir haben viele Fiche* vorbereitet und wussten, was auf uns zu kommt. Auf Andere Reisende wirkt das Prozedere scheinbar sehr skuril und befremdlich. Ein holländisches Paar drehte um, weil sie das Polizeiaufgebot zu sehr schockierte! Ihr Ziel wäre Südafrika gewesen!?!? Wir denken, das hier ist nur der einfache Anfang der Beamtenschikane in diesen Ländern! Haben wir da doch auch schon das Eine oder Andere interessante Gespräch auf Behörden oder Amtsstuben hinter uns! 😉

Die Straße trifft ca. 20 km südlich von Laayoune wieder auf die N1. Wir haben in Laayoune kurz Besorgungen gemacht und sind weiter nach Boujdour wo man ca. 20 Km südlich an den Strand fahren darf um dort zu übernachten! Am Abzweig ist ein kleiner Polizeiposten und nach dem Austausch des obligatorischen Fiche* darf man an den Strand fahren!

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15.01.2015 südl. Boujdour


Heute haben wir die letzte Etappe nach Dakhla dem Surf- und Kiteparadies in Angriff genommen, blöde halt wenn man weder mit Surfen noch mit Kiten was am Hut hat!
Die Straße und Landschaft hatte ich schon vom letzten Mal als recht langweilig in Erinnerung einzige Abwechslung sind die recht sturen marokkanischen LKW- und Omnibus Fahrer die keine Anstalten machen ihren Platz auf der schmalen Straße frei zu geben! Bei teilweise nur 4,5 – 5 m breiten Straßen mit sehr scharf abgebrochenen Kanten, ist es durchaus eine Herausforderung mit 2 x 2,5 m breiten Fahrzeugen mit jeweils gut 30-40 cm breiteren Spiegeln mit 80-90 km/h aneinander vorbei zu fahren! Man hat da schon ab und zu das Gefühl es müßte gleich fürchterlich krachen und die Spiegel zerfetzt es! Bis jetzt ist es aber „tio, toi, toi!“ immer gut gegangen! In Dakhla am Kilometer 25 angekommen gesellen wir uns zu Freunden. Ellen und Perry die wir von Treffen kennen und die Käufer von Sybilles und Olis altem Fahrgestell aus Schweden stehen hier schon seit ein paar Tagen.
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16.01.2015 Km 25, Dakhla


Da es sehr stark Stürmt und der Platz über und über mit WoMos voll ist, beschließen wir nach Dakhla zu fahren ein paar Besorgungen zu machen und einen anderen Platz für ein Nachtquartier zu suchen. Wir essen im Restaurant Sarmakand und besprechen die weitere Fahrt nach dem Einkauf im Publique Marche fahren wir zum südlichen Ende der Halbinsel. Schließlich finden wir auf der Atlantikseite nördl. von Dakhla  einen etwas windgeschützten Stellplatz der auch gerne von Surfern genutzt wird.
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17.01.2015 Dakhla


Heute morgen trennen sich die Wege von Sandra und Michi und uns… Sie fahren wieder Richtung Norden. Wir beschließen noch etwas weiter in den Süden zu fahren, um ein paar Fotos am Wendekreis des Krebses zu machen. Hier fangen geografisch die Tropen an. Vor 5 Jahren wollten wir die 60 Km nicht einfach nur hin und her fahren!!!
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Auf dem Weg nach Süden funkt plötzlich Oli: „Ich habe eine blöde Idee!“ Anja antwortet: „Ich auch!“ Ich meine: „Ich will meine Idee nicht sagen, weil ich sie für dumm halte!“  Also 3 Dumme, 1 Gedanke! Wir fahren nach Mauretanien… Sch… auf die 350 km, wer nicht wagt der nicht gewinnt! Anja liest sich in alles ein, was unsere Reiseführer hergeben! Ab und zu gibt es gutes Internet und Anja kann etwas recherchieren… Es sollte eigentlich alles möglich sein… Nur was machen wir mit unserem Alkoholvorrat!?!?! 3 Paletten Dosenbier mehrere 1,5 Literflaschen Wein, ein paar angebrauchte Schnaps- und Brandyflaschen (Hört sich nach viel an, ist es auch! Konnten wir doch das letzte Mal in Agadir Alkohol kaufen, ist es nicht soviel!) Also neben die Straße eine geeignetes Versteck gesucht…. Kommen wir doch in spätestens einer Woche wieder vorbei!

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Kurz vor der Grenze steht links neben der Starße ca. 30 m im Sand ein alter Mercedes 207 Bus. Der Fahrer winkt ganz aufgeregt und bedeutet uns ihn raus zu ziehen! Etwas skleptisch halten wir etwas weiter weg an. Wir beratschlagen uns… Hört und liest man doch immer wieder von solchen Tricks im Zusammenhang mit Überfällen! Dies scheint hier aber nicht der Fall zu sein… Der Fahrer ist aus Mali und ist am Steuer eingeschlafen. Heute Morgen ist er in Tanger gestartet! (2.300 km!!!!) Vermutlich eher gestern! Egal, nicht auszudenken, so einer schläft gerade ein kurz bevor man entgegenkommt!
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Wir schaffen es bis zur Grenze (16:00 Uhr), es stehen ca. 60-70 LKW in 3 Schlangen vor dem Zollhof! Unser Versuch in den Zollhof zu gelangen scheitert. Wir versuchen eine Sonderbehandlung als Touristen zu bekommen, der Polizist der über die Schlangen wacht, ist jedoch anderer Meinung! Etwas gefrustet überlegen wir eine andere Strategie als ein portugiesischer Trucker zu uns kommt. Er fragt ob wir Kühlerdichtmittel haben und es ihm verkaufen würden. Er hätte in den Baracken vor dem Zollhof eine Tüte Paprikapulver bekommen, was vermutlich nicht helfen würde! ;o) Ich verkaufe ihm eine Dose Kühlerdicht und wir kommen ins Gespräch! Wohin wir wollen fragt er! Und als wir antworten: „Nach Mauretanien!“ Meint er nur: „Lasst eure Trucks hier stehen, nehmt euch ein Taxi fahrt damit nach Nouadhibou geht essen, übernachtet dort und fahrt morgen wieder zurück! Gebt Euch den Streß mit der Grenze nicht für ein paar Tage… und wenn Ihr Alkohol mithabt und er wird gefunden seid ihr mit mindestens 500 € dabei!“ OK, das mit dem Alk war halbwegs klar, aber scheinbar haben sich die Kontrollen extrem verschärft und die Strafen übelst gestiegen! Er kommt pro Monat 1-2 Mal hier durch und so schlimm wie gerade wäre es die letzten Jahre nicht gewesen!

18.01.2015 Grenze Marokko/Mauretanien


Er würde uns behilflich sein mit der Abwicklung, aber mit 1-2 Tagen Wartezeit müssten wir rechnen! OK! So war das nicht gedacht! Wir kehren auf dem Absatz! Sorry! Ersatzrad um und fahren zurück bis Barbas wo wir am Rastaurant Barbas hervorragend zu Abendessen und neben der Tankstelle noch besser schlafen!

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18.01.2015 Barbas



Heute stehen wir zeitig auf, wir haben eine weite Strecke vor uns wollen wir es doch wenigstens bis kurz vor Boujdour zum Strand schaffen. Luftlinie 500 km Straße doch über 150 km mehr!!! Wir kommen bei dem Polizeiposten an der Abfahrt zum Strand an und es ist zunächst nicht ganz klar ob wir runter dürfen oder nicht! Letztendlich dürfen wir an den Strand fahren. Wir parken exakt am selben Platz ein ein paar Tage zuvor… Es ist recht weit am Strand und wir fahren fast 1 km durch die Dünen. Gegen 20:00 Uhr kommt ein Auto in den Dünengürtel gefahren! Wir haben unser Abendessen bereits beendet und sprechen die kommende Strecke durch. Oli und ich gehen aus der Hilde und hören wie jemand aus der Ferne ruft. Wir gehen den Rufen entgegen. Ein junger Polizist kommt und macht uns verständlich, dass wir wegfahren müssen… Es wäre Regen angesagt und die Polizei befürchtet, dass die Straße weggespült werden könnte. Also, Laster startklar machen und zum Polizeiposten auf das Plateau fahren! Tolle Idee… Es stürmt die ganze Nacht und die Hilde wackelt wie ein Schaukelpferd! Übrigens, hat es keinen Tropfen geregnet!

19.01.2015 bei Boujdour


cs21012015000Heute haben wir erst in Boujdour Kamelfleisch eingekauft und wir Männer sind ins Spa. Mal wieder den Kopf scheren und den Bart stutzen… Der Meister hat sich alle Mühe gegeben… Bisher der Beste!!!! Wir sind dann weiter nach Laayoune! Naja sagen wir bis fast… Oli hat sich mit der Spritkalkulation etwas vertan und 300 m vor der Tanke ging der Diesel aus!!! So konnte die Hilde wenigstens hier auch mal Schützenhilfe leisten!  ;o)

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Wir haben dann den Weg nach Osten eingeschlagen und fahren Richtiung Es Smara. ca. 70 Km vor Es Smara haben wir uns hinter den Hüglen der Drusen „versteckt“!!! Hier kann man wenn man genug Ausdauer und Geduld hat Drusen in Steinen finden!!! Ein paar schöne Exemplare haben wir gefunden!

20.01.2015 vor Es Smara


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*Fiche: Ein Fiche ist eine Karte/Formular in die man persönliche und Daten vom Fahrzeug einträgt. Es gibt verschiedenen Vorlagen im Internet für verschiedene Länder die man bereist. In Marokko ist es zudem wichtig das Einreisedatum und die polizeiliche Registrierungsnummer in den Fiche einzutragen. So kann man bei Kontrollen lediglich den Fiche an den Beamten ausgeben und die Registrierung ist meißt eine Sache von ein paar Minuten. Ohne Fiche müssen alle Daten aufwändig erfasst werden… Hier ist eine Vorlage zum Download hinterlegt! KLICK

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